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Pascal Borner, Managing Director von BeeBase, ist unser Lunchgast im Juni 2024. Wir haben ihm fünf Fragen zu seinem digitalen Verhalten und den Digitalisierungsprojekten von BeeBase gestellt.

Starten wir mit einer Selbsteinschätzung zu deinem eigenen digitalen Verhalten. Wo bist du im Alltag digitaler unterwegs als die meisten?

Grundsätzlich habe ich kein Portemonnaie und keinen Schlüssel dabei, ausser den Autoschlüssel, da ich noch ein sehr altes Modell fahre. Ich nutze digitale Zahlungsmethoden für alle meine Transaktionen und verwende Smart Locks für den Zugang zu meinem Zuhause und meinem Büro. Diese Technologien ermöglichen es mir, alltägliche Aufgaben effizienter zu erledigen und bieten mir ein hohes Mass an Komfort.

Für welche Angebote wünschst du dir (dringend) eine digitale Lösung?

Ein Bereich, in dem ich mir dringend eine digitale Lösung wünsche, ist das autonome Fahren. Ich bin überzeugt, dass dies der bessere Weg wäre und uns als Gesellschaft vieles erleichtern würde. Autonomes Fahren hat das Potenzial, den Verkehr sicherer zu machen, Staus zu reduzieren und die Mobilität für alle Bevölkerungsgruppen zu verbessern, insbesondere für Menschen, die aufgrund von Alter oder Behinderungen nicht selbst fahren können.
Durch die Einführung autonomer Fahrzeuge könnten wir die Effizienz des Transportsystems erheblich steigern und die Umweltbelastung verringern. Zudem würde es den Stress und die Zeit, die wir im Verkehr verbringen, reduzieren. Autonome Fahrzeuge könnten nahtlos in bestehende öffentliche Verkehrssysteme integriert werden und so eine nahtlose Mobilitätskette von der ersten bis zur letzten Meile bieten.

In welchen Bereichen siehst du grosse digitale Chancen für die Stadt Winterthur?

Ich denke, dass die Stadt Winterthur einige wichtige Schritte gemacht hat, insbesondere indem sie die Digitalisierung ins Zentrum ihrer Strategie stellt und Smart City-Projekte fördert. Diese Initiativen zeigen, dass Winterthur bereit ist, die Chancen der digitalen Transformation zu nutzen und sich zukunftsorientiert aufzustellen.

Was sind digitale Vorstösse oder Trends, die du als über- beziehungsweise unterbewertet empfindest?

Ich finde Kryptowährungen absolut überbewertet. Viele wissen offensichtlich nicht, dass sie sich hier in einem Pyramidensystem befinden. Die Spekulationen um Kryptowährungen haben oft wenig mit ihrem tatsächlichen Nutzen oder ihrem Potenzial zur Verbesserung bestehender Systeme zu tun. Stattdessen sind sie häufig Gegenstand von Hypes und Spekulationen, die mehr Schaden als Nutzen anrichten können.
Unterbewertet finde ich vor allem Tesla mit seiner neuen Entwicklung der Tesla Bots (Optimus). Ich gehe stark davon aus, dass wir in naher Zukunft Roboter für tägliche Haus- und Gartenarbeiten, sowie in der Industrie und an gefährlichen Einsatzorten wie Bohrinseln haben werden. Diese Roboter könnten viele repetitive und gefährliche Aufgaben übernehmen, wodurch nicht nur die Effizienz gesteigert, sondern auch die Sicherheit verbessert wird. Tesla Bots haben das Potenzial, die Art und Weise, wie wir arbeiten und leben, grundlegend zu verändern, und ich glaube, dass wir hier erst am Anfang einer sehr aufregenden Entwicklung stehen.

Was sind deines Erachtens die grössten Herausforderungen im Zusammenhang mit der Digitalisierung und was benötigt es, dass wir diese meistern können?

Eine der grössten Herausforderungen der Digitalisierung besteht darin, sicherzustellen, dass die gesamte Gesellschaft auf diesem Weg mitgenommen wird. Es ist wichtig, dass alle Bevölkerungsgruppen – unabhängig von Alter, Bildung oder technischen Fähigkeiten – in digitale Prozesse einbezogen werden und Zugang zu digitalen Technologien haben. Jeder wird früher oder später mit digitalen Prozessen in Berührung kommen, sei es im beruflichen Umfeld oder im privaten Bereich.
Um diese Herausforderung zu meistern, müssen wir digitalen Nerds unsere Sprache anpassen und verständlicher kommunizieren. Ein Beispiel hierfür ist, wenn ein Kunde seine Kundendaten digital verwalten möchte und wir ihm ein CRM anbieten. Technisch ist das korrekt, aber es kann den Kunden verunsichern, weil er möglicherweise nicht weiss, was ein CRM ist. Stattdessen sollten wir erklären, dass ein CRM-System eine Software ist, die ihm hilft, seine Kundendaten effizient zu organisieren und zu verwalten.
Es braucht also eine verstärkte Bemühung um digitale Bildung und eine klare, einfache Kommunikation über digitale Lösungen. Durch Workshops, Schulungen und verständliche Informationen können wir dazu beitragen, dass sich niemand ausgeschlossen fühlt. Gleichzeitig müssen wir sicherstellen, dass technische Lösungen benutzerfreundlich und zugänglich gestaltet sind, um die Akzeptanz und das Verständnis in der breiten Bevölkerung zu erhöhen. Nur so können wir die Vorteile der Digitalisierung voll ausschöpfen und die digitale Transformation erfolgreich gestalten.